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Begeisterndes Jubiläumskonzert „Akkordeon in der Kirche“
„Wahnsinn! So habe ich das Akkordeon noch nie gehört!“ So oder so ähnlich war der Tenor bei vielen Besuchern des HHC Jubiläumskonzerts am Sonntag den 15. März 2009 in der Bartholomäuskirche. Wie es scheint, ist der HHC mit der Auftaktverstaltung im Jahre seines 75jährigen Jubiläums dem Ziel bereits ein Stück nähergekommen, das Image der „Quetschkommode“ aufzupolieren und die vielen Facetten der Akkordeonmusik zum Ausdruck zu bringen.
Mit den Worten „Heute abend kommt das Akkordenon klassisch-konzertant daher“, begrüßte der 1. Vorsitzende Erich Hofmann die zahlreichen Gäste in der Kirche.
Das Ensemble „Impression“ unter der Leitung von Theresia Priwitzer und rhytmisch unterstützt von Nachwuchsschlagzeuger Michael Bäßler hatte bereits zuvor mit „Aria, Toccata, Fugato Interrotto E Corale“ von Hans Boll die Zuhörer hervorragend auf diese Art der Akkordeonmusik eingestimmt. Im Ensemble zeigten neben Brigitte Ochsenwadel auch Hannelore Peters und Alfred Berg, beide Dirigenten bzw. Ausbilder im HHC Jugendbereich, sowie Wolfgang Blank, Bundessieger 1981 von „Jugend musiziert“ und Deutscher Meister von 1982, ihr filigranes Können auf dem Akkordeon. Die „Suite baroque“ von Gerhard Maasz intonierten sie anschließend ebenso souverän und gekonnt wie „Tokkata“ aus der „Gotischen Suite“ von Leon Bölmann und ernteten dafür den begeisterten Beifall der Zuhörer.
Das 1. Orchester des HHC unter der Leitung von Wolfgang Blank präsentierte sich im Anschluss mit dem sehr anspruchsvollen Werk „Präludium und Fuge in a-Moll“ von Matyas Seiber. Mit der sinfonischen Dichtung „Finlandia“ von Jean Sibelius, die oft auch als heimliche Nationalhymne der Finnen bezeichnet wird, und dem pompösen „Einzug der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel zeigten die Spielerinnen und Spieler mit viel Engagement warum dieses Orchester das „Spitzenorchester des HHCs“ ist. Für ihren ausgezeichneten Auftritt gab es tosenden Beifall und das Publikum forderte eine Zugabe.
Nach der ersten Hälfte des Kirchenkonzerts konnten sich die Zuhörer in der Pause bei einem Gläschen Sekt etwas unterhalten und sich schon auf den nun folgenden weiteren Höhepunkt der Veranstaltung freuen.
Wie bereits erwähnt, hatte es sich der HHC mit dieser ersten Veranstaltung im Jubiläumsjahr zum Ziel gesetzt, die klassisch-konzertante Seite des Akkordeons hervorzuheben. Deshalb hatte man sich mit dem Künstlerduo Nebl & Nebl für den zweiten Programmteil Profis eingeladen. Die beiden Brüder Andreas Nebl (Akkordeon) und Frank Nebl (Klarinette) sind wahre Meister an ihren Instrumenten. Zahlreiche Auftritte im In- und Ausland sowie in Funk und Fernsehen dokumentieren die Beliebtheit dieses Duos und unterstreichen ihre Vorreiterrolle, wenn es um die Präsentation traditionsreicher Instrumente auf neuem Wegen geht.
Bei Werken von Bach, Mozart, Soler, Scarlatti oder Pizolla faszinierten sie die Zuhörer mit ihrem ausdrucksstarken Zusammenspiel. Dabei wechselte die führende Stimme bzw. die Hauptmelodie harmonisch vom einen zum anderen Instrument, so dass ein wahrhaft verzaubernder musikalischer Dialog enstand.
Da diese beiden Künstler musikalisches Neuland beschreiten, ist es auch wenig verwunderlich, dass es inzwischen zahlreiche eigene, zum Teil moderne Kompositionen gibt. Mit zwei virtuos vorgetragenen Tangos aus der Feder von Andreas Nebl brachte das Duo die Bartolomäuskirche sprichwörtlich zum Beben.
Zum Schluss wurden die beiden brillianten Instrumentalisten mit Standing Ovations gefeiert und das begeisterte Publikum forderte eine Zugabe.
Einige Besucher des Konzerts, denen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Akkordeons bisher vielleicht noch nicht so bekannt waren, wurden oben bereits mit den Worten „So habe ich das Akkordeon noch nie gehört!“ zitiert. Aber auch langjährige aktive Akkordeonspieler hörte man am Ende sagen: „Do kann I mei Instrument ens Eck stella!“.
Fazit: Ein wirklich gelungener Auftakt zur Reise durch die Klangwelten des Akkordeons im HHC Jubiläumsjahr!
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